Was beim Aquaplaning passiert
Aquaplaning entsteht, wenn sich zwischen Reifen und Fahrbahn ein geschlossener Wasserfilm bildet, den das Profil nicht mehr schnell genug verdrängt. Der Reifen schwimmt auf und verliert den Kontakt zur Straße. In diesem Moment wirken Lenken, Bremsen und Gasgeben nicht mehr – das Auto gleitet.
Ein neuer Reifen verdrängt bei Landstraßentempo viele Liter Wasser pro Sekunde. Mit abgefahrenem Profil schafft er nur noch einen Bruchteil davon – dann kann Aquaplaning schon bei normalem Regen und moderatem Tempo auftreten.
Die wichtigsten Risikofaktoren
- Profiltiefe unter etwa 3 mm: der mit Abstand wichtigste Faktor. Darunter steigt das Risiko deutlich.
- Hohe Geschwindigkeit: Je schneller du fährst, desto weniger Zeit hat das Profil, das Wasser zu verdrängen.
- Falscher Luftdruck: Zu wenig Druck verformt die Aufstandsfläche und stört die Wasserableitung. Prüf den Druck mindestens monatlich.
- Breite Reifen: Sie haben eine größere Aufstandsfläche und müssen mehr Wasser verdrängen.
- Spurrinnen und Senken: Hier sammelt sich Wasser, oft tiefer, als es aussieht.
Richtig reagieren
Typische Anzeichen sind ein plötzlich leichtes Lenkrad und eine hochdrehende Motordrehzahl. Dann gilt:
- Ruhe bewahren: Hektische Lenkbewegungen sind gefährlich – greifen die Räder wieder, schießt das Auto in die eingeschlagene Richtung.
- Gas weg, Kupplung treten: Bei Schaltwagen die Kupplung treten, bei Automatik einfach vom Gas gehen. Das Auto wird von allein langsamer.
- Lenkrad gerade halten, bis die Reifen wieder greifen.
- Nicht bremsen: Auch ABS kann nicht helfen, solange die Räder keinen Kontakt zur Straße haben.
Vorbeugen
- Profil prüfen: mindestens 3 mm bei Sommerreifen, 4 mm bei Winter- und Ganzjahresreifen.
- Luftdruck einhalten: Den Sollwert findest du meist in der Tankklappe oder am Türholm. Bei voller Beladung anpassen.
- Tempo runter bei Starkregen, auch auf der Autobahn deutlich.
- Spurrinnen meiden: leicht versetzt fahren, wo das Wasser flacher steht.
- Reifen mit guter Nasshaftung wählen: auf dem EU-Reifenlabel Klasse A oder B.
Besondere Vorsicht in Berlin und Brandenburg
In Berlin sammeln sich bei Sommergewittern schnell größere Wasserflächen in Senken, unter Brücken und an Baustellen mit provisorischen Fahrbahnen. Auf Brandenburger Landstraßen kommen Spurrinnen und Pfützen nach Starkregen dazu. Wer genug Profil hat und das Tempo anpasst, kommt sicher durch. Beim Reifenwechsel schauen wir uns das Profil an und sagen dir ehrlich, ob deine Reifen noch sicher sind.