Radwechsel oder Reifenwechsel – was brauchst du?
Beim Radwechsel wird das komplette Rad getauscht, also Reifen samt Felge. Das ist der klassische Saisonwechsel, wenn deine Winterreifen auf eigenen Felgen sitzen. Er geht schnell, weil nichts von der Felge runter muss und die Räder in der Regel schon gewuchtet sind. Beim Reifenwechsel – wir nennen ihn Reifenmontage – zieht die Maschine die Reifen von der Felge und andere drauf; danach wird jedes Rad ausgewuchtet. Das brauchst du, wenn du nur einen Satz Felgen hast, neue Reifen kaufst oder ein Reifen kaputt ist. Faustregel: Zwei Radsätze im Keller bedeuten Radwechsel. Ein Satz Felgen und zwei Sätze Reifen bedeuten Reifenmontage. Unsicher? Ruf an und beschreib kurz, was du hast – wir sagen dir, was passt.
Drehmoment und Nachziehen: der Teil, den viele vergessen
Radschrauben werden nicht nach Gefühl festgeknallt, sondern mit einem Drehmomentschlüssel auf den Wert angezogen, den der Fahrzeughersteller vorgibt. Bei vielen Pkw liegt er grob zwischen 100 und 140 Newtonmetern, bei Transportern oft darüber. Zu locker kann sich das Rad lösen, zu fest leiden Gewinde, Schrauben und Felge. Nach dem Wechsel setzen sich Rad und Radnabe noch ein wenig, besonders bei Alufelgen. Deshalb gilt: Nach 50 bis 100 Kilometern die Radschrauben mit dem Drehmomentschlüssel nachziehen – selbst oder an der Tankstelle bzw. in der Werkstatt. Das dauert fünf Minuten und gehört zu einem sauberen Radwechsel dazu, egal wer gewechselt hat.
Wann wechseln? O bis O, 7 Grad und das Alpine-Symbol
Die alte Faustregel „von O bis O“ – Oktober bis Ostern – passt für Berlin und Brandenburg nach wie vor gut. Genauer ist die 7-Grad-Regel: Liegen die Temperaturen dauerhaft unter etwa 7 °C, greift die weichere Mischung von Winterreifen besser. Rechtlich gilt in Deutschland eine situative Winterreifenpflicht: Bei Glatteis, Schnee oder Matsch brauchst du wintertaugliche Reifen. Seit dem 1. Oktober 2024 zählt dafür nur noch das Alpine-Symbol (Berg mit Schneeflocke), reine M+S-Reifen reichen nicht mehr. Vorgeschrieben sind mindestens 1,6 mm Profil, für Winterreifen empfehlen Fachleute mindestens 4 mm. Tipp: Rund um den ersten Frost und rund um Ostern wollen alle gleichzeitig wechseln – wer ein, zwei Wochen früher anruft, bekommt leichter seine Wunschzeit.